Jägerlatein? Später !

Auffallend häufig wird in den letzten Tagen in Foren und Presseartikeln die Rolle des SPD- Innenministers Jäger hinterfragt. Hierzu möchte ich anmerken: Das ist gut so, auch das zu hinterfragen. Wird gemacht.  Später. Die aufgeworfenen Fragen sind „nachrangig“, da befassen wir uns beizeiten  mit. Wir dürfen uns jetzt keinesfalls auf Nebenschauplätze ziehen lassen. Das ist ein ganz langer und schmerzhafter Weg, den wir zu gehen haben. Wir gehen ihn wie alle Wege zu gehen sind: einen Schritt nach dem Anderen.

Das heißt:

1. Rücktritt des Oberbürgermeisters .

2. Rücktritt des Verwaltungsvorstandes.

3. Rücktritt des Stadtrates.

Alles weitere später….

Vergessen Sie nicht:

Nun arbeiten Profis daran, unsere Herzen und Gemüter zu beruhigen und unsere berechtigten Forderungen „zu zerstreuen“. Bleiben Sie wachsam!

An „den Stadtrat“. Persönlich. Jedem.

Ich möchte ein paar Worte direkt an Sie richten:

Sie werden sich von mir ungerecht behandelt fühlen.  Dass ich Sie, ganz persönlich, in einer Mitverantwortung sehe, und öffentlich fordere, diese zu tragen,  das muss Sie schmerzen. Ich möchte Ihnen sagen,  daß ich mir zutiefst bewußt bin, daß ich sie verletze, in Gewissenskonflikte bringe.  Allein: ich tue es nicht ohne Grund. Mein Verständnis für Ihr bisheriges Handeln ist aber größer, als Sie es annehmen mögen. Auch Sie sind ja durch „jahrzehntelange Übung“ in eine Situation geraten, die sie einmal mehr in Konflikte bringen musste.  Sie werden vielleicht hier und da die gleiche Ohnmacht gefühlt haben, wie sie die Bürger seit langem befällt, wenn sie sich den  „Verhältnissen“ ausgesetzt sehen. Und werden gedacht haben „ich kanns ja nicht ändern“. Ich wünschte, Ihnen meine Vorhaltungen ersparen zu können, aber das ist angesichts des Geschehenen völlig unmöglich. Ich las gestern den Eintrag eines ehemaligen Ratsherren, ( scrollen, in Kommentarleiste unten. Die Mitkommentatorin „andere Mimi“ bin ich nicht. Eben: eine andere.), den ich Ihnen hier auszugsweise wiedergeben möchte:

„Ich war vor 10 Jahren selber mal Ratsherr in dieser Stadt, und wundere mich darüber, was einzelne Forumsteilnehmer hier, aber auch in anderen Foren über die Möglichkeiten, die Ratsmitglieder haben, so denken. Als ich mal im Ausschuß sagte, daß ich nicht da wäre, um die Verwaltung zu unterstützen, sondern um diese zu kontrollieren, daß das der Grund sei, warum ich überhaupt da sitze, haben mich einige ältere Ratsmitglieder erstaunt angeguckt. Aber so ist es. Das ist das Wesen der Demokratie schlechthin.“

Sehen Sie, und deshalb kann ich uns allen das nicht ersparen, was zu sagen ist, und was Sie nicht hören mögen. Das genau ist eben nicht das Wesen der Demokratie schlechthin! Es ist das exacte Gegenteil: die Pervertierung des Wesens der Demokratie schlechthin. Und sie wird regelmäßig schweigend hingenommen, mit einem Selbstverständnis, das einen sprachlos macht…  Man hatte sich anzupassen, wurde mit Spott und Häme übergossen, wenn man es nicht tat, wie es in einem anderen Artikel heißt. ..Und man passte sich an. Dem Willen der Partei. Und den Demokratievorstellungen der Älteren…

Was das für unser soziales und gesellschaftliches Leben bedeutete, werde ich – soweit es nicht ohnehin schon jeder am eigenen Leibe erfahren hat- in der kommenden Zeit ausführen, nehme aber vorweg, was es für die Demokratie bedeutete:  Wir haben sie in all der Zeit gegen Angriffe von Aussen  verteidigt – aber wir haben zugelassen, dass sie langsam aber stetig, inwendig ausgehöhlt wurde…

Und dazu kann niemand schweigen! Uns all dessen bewußt zu werden, was uns an diesen Abgrund führte, an dem wir stehen, das ist Teil  des Aufarbeitungsprozesses, an dessen Anfang wir gerade erst sind. Das Geschehene ist eine Zäsur – ob Sie es nun wahrhaben wollen oder nicht. Sie, die Stadträte, sind aufgefordert, den Duisburger Bürgern Ihrer deutlichen Willen zu einem Neuanfang erkennbar zu demonstrieren. Sie können sich ja dann erneut zur Wahl stellen. Jeder Einzelne von Ihnen ist für uns mit seinen zahlreichen persönlichen Erfahrungen von unschätzbarem Wert. Als verlängerter Arm Ihrer Parteispitzen aber sind Sie für uns nicht von Nutzen. Sie können das Vertrauen der Bürger gewinnen, sich darum bewerben und es erneut ausgesprochen bekommen. Das wird Ihnen am besten mit Selbstkritik, persönlicher Aufrichtigkeit und ehrlicher Sorge um das Wohl der Stadt gelingen – unabhängig von Ihrer Partei.  Ich bitte Sie, all das zu bedenken, auch, es sich zu Herzen zu nehmen, und sich mit denen, die sie kennen, die in Ihrer Nachbarschaft leben, zu besprechen. Mit den Duisburgern – nicht mit Ihrer Partei. Dann treffen Sie Ihre Entscheidungen. Es sind immer ganz persönliche. Wenn die Abwahl des Oberbürgermeisters ansteht, dann bitte ich Sie :  Folgen Sie ausschließlich Ihrem Gewissen. So ist es in der Demokratie vorgesehen. So soll es sein.

Und danach machen Sie bitte auch selbst den Weg frei für einen Neuanfang. Mit uns. Nicht gegen uns.

Hinsehen! Hinhören!

Natürlich. Selbstverständlich werde ich mir heute Abend das „Kreuzverhör“ (übler, unangemessener Titel) ansehen. Zwar kann man hier und da schon lesen, was zu erwaarten sein wird, und manch einer in den Foren schreibt, die „personifizierte Unschuld“ wolle er sich kein weiteres Mal anschauen, aber ich rate doch dringend dazu. Das ist ja quasi jetzt die Variante 1.3 – und die ist professionell aufbereitet. Ich bin gespannt, wie sich „Ich hab mit nix watt zu tun“ anhört, wenn richtige Experten das formuliert haben. Man will doch auch mal wissen, was es so gibt für viel Geld. Quasi: Vorher – Nachher. Da können wir uns mal selbst ein Bild machen, diesmal sind wir live dabei. Sozusagen…

Am 22igste Tag danach … Wieder ein Tag, an dem man sich weigern wird, Verantwortung zu tragen.  Wir werden keine Ruhe finden, wenn wir ihnen das durchgehen lassen.

Die Kerzen im Tunnel dürfen nicht ausgehen. Ich las eben in den Kommentaren im Westens von „stefano“ den Vorschlag, auch Kerzen auf den Burgplatz zu stellen.

„Wir müssen unsere Anstrengungen verdoppeln“  so sagt man es uns ja immer wieder. Dann wollen wir das mal tun…

Ziehen Sie sich zurück, Herr Jansen!

Ich las gerade diesen Artikel im Westen.  Man möchte einen Schritt auf uns zugehen.

Herr Jansen, das reicht nicht. Das reicht ganz und gar nicht. Sie verstehen da auch etwas grundlegend falsch.  Davon, daß Sie den Bürgern in irgendeiner Weise  entgegenkommen könnten – davon kann hier doch gar keine Rede sein. Als ich von Rücktritten schrieb, da schloss das Ihren mit ein. Ich schreibe es noch einmal, und ich werde nicht müde es wieder und wieder zu tun:   Sie haben sich und ihren Gedenkkreis auf eine Weise, die ich infam nennen möchte,  selbst legitimiert und treten nun in ebenso  unverfrorener Weise auf , um sich der Sorgen und Anregungen anzunehmen, die einzig und allein Ihren Handlungsweisen entspringen.

„Der Gedenkkreis“ gibt sein 5-Punkte-Programm für die Trauerzeit heraus? „Der Gedenkkreis beschliesst?  Der „Gedenkkreis“ entwickelt..?  „Der Gedenkkreis“ ist sich einig?  Sie sind sich einig – von uns ist doch bisher gar nicht die Rede gewesen, wir werden ja gerade erstmalig zur Kenntnis genommen! Mit wem immer Sie sich einig sein mögen – nicht mit den Bürgern dieser Stadt. Und wenn Sie sich ernsthaft derer Sorgen und Anregungen annehmen wollten, dann könnten Sie gerne mal ein Gespräch für uns mit Ihrer Fraktion über die Abwahl des Oberbürgermeisters führen, das liegt uns nämlich am Herzen.  Oder übermitteln Sie dem Oberbürgermeister unsere Rücktrittswüsche in einem 4-Augen-Gespräch  Wir dringen ja nicht mehr durch…

Tee. Lang ziehen lassen. Beruhigt.

3 Wochen

3 Wochen ist es her. Wir erinnern uns. Wir werden nicht vergessen – und uns nicht vergessen machen lassen.

Ich werden nicht aufhören, es jeden Tag neu zu fordern:

Rücktritt des Oberbürgermeisters
Rücktritt des Verwaltungsvorstandes
Rücktritt des Stadtrates

Übernehmt endlich die politische Verantwortung !

Dicke Backe

Moinsen. Murmeltiertag, ich weiß, wieder einer… Ich hab in vielerlei Hinsicht dicke Backen. Heut morgen war ich beim Zahnarzt. Es geht aufwärts: Das Übel wurde an der Wurzel beseitigt…

Als ich dann gestern noch im  „Lokalzeit“ Archiv gestöbert habe, da fand ich noch etwas. Hier. Da meldete sich erstmals Herr Jansen (in welcher Funktion auch immer, jedenfalls „in Sachen“ Trauer )  zu Wort. Und da achten Sie mal auf seine Worte,  in der zweiten Minute, genauer :  2:48 – 2:49.

Das ist der glorreichste Moment in Sachen Wahrheitsfindung, eine späte Sternsekunde für Sigmund Freud, der auf seiner Wolke vor lauter Spaß abgehoben sein muß. Der schönste aller jemals gemachten Freudschen Versprecher:  “ Wir sind der Meinung, das gerade der Ort am Innenhafen , in der Nähe des Garten der Erinnerung ein guter Ort ist, wo die Dinge   aufgehalten …ööö….öööö…. bewahrt… werden können….“

Ein guter Ort, die Dinge aufzuhalten. Sapperlot. So viel Ehrlichkeit bringt wohl nur Freud hervor!

Das wird Ihnen nicht gelingen, Herr Jansen, Ihnen nicht, und auch den Anderen nicht, die Trauer und Schmerz nun zu vereinnahmen suchen, die uns vergessen machen wollen, das sie Verantwortung zu tragen hatten – und haben. Wenn Sie es auch nicht tun: Die Duisburger werden es sich nicht nehmen lassen für „diese Dinge“ gerade zu stehen und den Ort zu schützen, den man jetzt plötzlich für „ungeeignet“ hält, Teddybären und andere Erinnerungsstücke aufzunehmen, während man ihn aber für geeignet hielt, tausende und abertausende Menschen hindurchzuschleusen…

Tee.  Die Betäubung lässt nach…. Dann wird wieder alles gleichmäßig weh tun.

Was erlauben Sie sich eigentlich, Herr Jansen?

Hier eine Bericht aus der Lokalzeit. Damit sich auch mal die Auswärtigen ein Bild davon machen können, wie man immer noch glaubt, mit den Duisburger Bürgern umspringen zu können. Nach allem was geschah. Und welcher Ton hier schon seit Jahren vorherrscht.

Frau Hendrix, lassen Sie nicht locker. Das stehen wir alle zusammen durch.

Und Herr Jansen :

Ich sage es noch mal in aller Deutlichkeit:  Sie sind in keiner Weise legitimiert hier die Interessen der Duisburger zu vertreten. Mich würde aber mal am Rande interessieren, in welcher Ihrer zahlreichen Funktionen Sie sich eigentlich jeweils mit sich selbst unterhalten wollen.